Tower of London, London

5. Tag London: Gruselig und funkelnd – The Tower of London

Es ist 11 Uhr und ich sitze gerade auf einer Parkbank im Bloomsbury Square Garden. Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Und sie steht noch sehr tief. ´Ne Sonnenbrille wäre jetzt recht. Warum habe ich sie denn nicht mitgenommen?! Einen Schirm hätte ich nämlich im Angebot. Ich entsinne mich an die Wetterfee, die gestern im TV was von „horrible“ Wetter erzählt hat. Tja, ist alles eine Ansichtssache…

Das mit dem Wetter hier ist eh so ein Dauerthema. Gutes Timing ist hier gefragt, um die Aktivitäten im richtigen Moment Drinnen oder Draußen zu planen bzw spontan umzudisponieren. Bei mir ist das richtige Timing noch eher ein Zufallsprodukt, aber ich bin guter Dinge, den Dreh in den nächsten Wochen noch rauszubekommen.
Wie ich das hier so mitbekommen habe, sollte man für jede Wetterlage präpariert sein. Heißt für mich also, ab Morgen prophylaktisch eine Sonnenbrille, dann sowieso Schirm mit Plastiktüte (denn – again what learned – man macht den Schirm gefühlte 100 mal am Tag auf und zu und möchte ihn nicht nass in die Tasche stecken). Eine Mütze bietet sich bei dem Dauerwind ebenso an. Ich fürchte allerdings sich hier als Nicht-Londoner zu outen, außer man trägt eine schickere Mütze, irgendwas passend zum – für meinen Geschmack für die Jahreszeit – dünnen Wollmantel.

Bloomsbury ist ein ganz nettes Viertel, nicht unbedingt spektakulär, aber eben nett mit gepflegten alten Häusern und ein Hauch von Studentenfeeling weht um die Häuser, aufgrund verschiedner Sprachschulen und Gebäude der University of London. Auch das British Museum gehört dazu und das Charles Dickens Museum.
Ab nächster Woche werde ich hier auch mit anderen Schülern bei der Pause draußen stehen.

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Nach meine Park-Pause drehe ich meine Runde weiter über einen anderen kleinen Park, Russell Square, und über das Gray‘s Inn, einer großen Anlage mit hübschen Garten und alten Gebäuden, dann zum Smithfield Market, British Museum und zum Finanzviertel.

Nach dem grandiosen Wetterstart mit Sonnenschein, nun Regenschauer. Aber dafür bin ich vorbereitet – mit meinem kleinen weiß-blau gerauteten Schirm, den ich von meinen Kollegen für meinen London-Aufenthalt bekommen habe.
Ohne es verschreien zu wollen, aber so „richtigen“ Regen gibt es nicht. Es ist eher eine Art Sprüh-Niesel-Piesel-Regen. Gerne kommt er auch horizontal daher. So wird man erstaunlich nass und zwar überall – mit oder ohne Schirm.

Im Finanzviertel angekommen, gibt es erst mal was zu Essen. Während wir am Fenster sitzend unser Essen verdrücken, joggen einige Leute an uns vorbei. Wenn es hier Milchschnitte geben würde, hätte die Werbung etwas mehr Daseinsberechtigung als in München. Ich meine mich nicht erinnern zu können, Menschen beim Mittagsjogging gesehen zu haben.
Aber die Londoner joggen auch gerne in die Arbeit und zurück. Auch ein Phänomen, das ich von der Weltstadt mit Herz weniger kenne. Praktisch ist es ja, wenn es nicht stört an Schlipsträgern und 4-spurigen Straßen vorbeizulaufen.

Nach einem 30-minütigen Walk von Bank/London Wall erreiche ich den Tower of London. Kaum was los. Muss auch einen Vorteil haben, in so einer Jahreszeit in London zu sein. Mit 22£ nicht gerade ein Schnäppchen, aber meines Erachtens das Geld wert.

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Man sollte die 1-stündige Führung eines Yeoman Warder bzw. Beefeaters keinesfalls verpassen. Im schicken blau-roten „Kostüm“ erfährt man jede Menge über die Geschichte mit vielen Zahlen und noch mehr Namen wie verschiedenste Henrys, Georges und Elisabeths. Dennoch sehr unterhaltsam und witzig erzählt.
Interessant auch die Royal Jewels, beherbergt in einem riesigen begehbaren Tresor. Einem sehr Hübschen allerdings. Bei den richtig dicken Dinger fährt man mit einem Laufband vorbei. Es glitzernd und funkelt was das Zeug hält. Die Steine sind teilweise so groß, dass man unwillkürlich an Fasching denken muss. Sowas kann doch nicht echt. Wie meinte der Beefeater, „ladies do not compare your ring with this jewels, you might think your man is a looser“.

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Leicht ausgefroren geht es mit der U-Bahn zurück. Kleiner Stau in der Tube, es geht gerade nichts vorwärts, was hier aber weder beunruhigt, noch aufregt. Viel zu sehr sind die Fahrgäste beschäftigt die kostenlose Zeitung Evening Standard zu lesen, oder ein Buch. Der Bahnfahrer nuschelt was von „…Whereever the problem is….We sit and wait….“ und dann geht es auch schon weiter.

Aufgemerkt:
Tower of London mit Beefeater-Führung ist das Eintrittsgeld wirklich wert

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