National Galery

21. Tag London – Kunst mal drei

In jeder Stadt gibt es sie. Gerne in Silber, Gold oder Bronze. Sie stehen und stehen und stehen… Advanced ist, wer mit einer trickreichen Konstruktion in der Luft sitzen kann. Mittlerweile schon fast wieder ein alter Hut, aber anscheinend kann man für das stundenlange nicht-bewegen immer noch Geld verdienen.

Heute allerdings nicht.

Die Konkurrenz ist groß. Es stehen tatsächlich 5 Bewegungslose direkt nebeneinander vor der National Gallery. Dazu hat sich ein Mensch im Schlumpfkostüm gesellt.
Ok, sich nicht zu bewegen kann man als gewisse beachtungswürdige Performance einstufen. Aber warum ich mich mit einem hässlichen Schlumpf für Geld fotografieren lassen soll, ist mir wirklich schleierhaft. Um das zu verstehen, muss man wohl Amerikaner sein….

Einer güldener Mensch schleicht sich schon, denn bei der Konkurrenz geht die Post ab.

National Galery

Ich sehe erst gar nichts, nur manchmal einen Arm oder Fuß in der Luft…..

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Ahh…
Rhythmische Musik, check. Sonnenschein, check. Durchtrainierte Körper, check. Gute Laune, check. Kind einbezogen, check. Da kann ja dann nichts mehr schiefgehen.

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Nach dieser Tanzeinlage, habe ich erst einmal eine Verabredung mit alten Künstlern in der National Gallery. Jeden Tag um 14.30 Uhr gibt es eine 60 minütige Führung for free.
Ich sehe den Meeting Point erst gar nicht vor lauter Menschen. Haben die Leute denn nichts zu tun!?
Eine Raunen geht durch die Meute und ah, da kommt der Kunstspezialist. In Zeitlupe und humpelnd kommt er daher. Ziemlich breit in der Körpermitte und vorsichtig geschätzt 100 Jahre alt.
Na, das kann ja was werden…
Wir versammeln uns vor dem ersten Gemälde. Der Kunstspezi schaut das Bild an, ist im Begriff zu sprechen und sieht uns an. Nein, das ist noch nicht richtig. Zu seitlich stehen viele, so kann man die ganze Schönheit nicht begreifen. Er schiebt uns von allen Seiten zusammen, bis gut 50 Leute direkt vor dem Bild gequetscht seiner Ansicht nach richtig stehen. Meiner Ansicht nach etwas zu eng, aber da muss ich jetzt durch…
Dann legt er los. Er reißt die Arme nach oben, rudert und deutet von Links nach rechts und erklärt und tut und macht.
Das Bild ist mehrere hundert Jahre alt, für ihn scheint es eine Art Jungbrunnen zu sein.
Energisch schmeißt er seine Notizzettel auf den Boden um mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen und redet sich weiter in Rage. Schweißperlen stehen auf seiner Stirn.
„This picture is like music and the colours…look at these colors… I am sure it would be a wonderfull melody“.
Ich muss schmunzeln. Ohne diese enthusiastische Darbietung hätte ich das Gemälde wahrscheinlich nicht einmal beachtet, geschweige denn 30 Minuten davor gestanden.
So, es ist alles gesagt, jetzt fällt ihm auf, dass die Zettel am Boden liegen. Die Hände in die Hüfte abgestützt, bückt er sich sehr langsam und angestrengt, hebt seine Zettel auf und humpelt weiter zum nächsten Gemälde.
Und die Show beginnt von Neuem voller Elan…

Nun bin ich an der Reihe noch etwas zu leisten und mein erstes Mosaik bei Southbank Mosaics fertig zu stellen, wo ich es vor einer Woche begonnen hatte. Der Hintergrund ist wirklich mühsam. Mit der Pinzette füge ich die kleinen Teile ein…Nicht aaaauuufregen, Geduuuuuuld… Um mich herum arbeiten sie alle an Fischen für eine Ausstellung. Ich will auch Fische machen!!!!!
Geschafft! Ich bin gespannt, an was ich die nächsten Male arbeiten kann…

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Aufgemerkt:
Kostenlose Führungen in der National Gallery jeden Tag um 14.30 Uhr

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Ein Gedanke zu “21. Tag London – Kunst mal drei

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